Österreichische Staatsmeisterschaften 2018

Niklas Fröschl gewann am 16. Juni 2018 zum dritten Mal hintereinander den österreichischen Einzel-Staatsmeistertitel im Trampolinspringen. Im Salzburger Sportzentrum Mitte ereignete sich ein überaus hochklassiges und spannendes Finale. Der 20-jährige Wiener setzte sich dabei knapp mit vier Zehntelpunkten Vorsprung (161.260 zu 160.860) gegen den Steyrer Martin Spatt durch. Mit Respektabstand auf Rang 3 folgte Lokalmatador Stefan Engl (135.925).

Martin Spatt ist zwar erst 24 Jahre jung, hatte aber als bislang international erfolgreichster Trampolinspringer Österreichs 2015 seinen Rücktritt erklärt. Nun wagte er als selbsternannter „Hobbyspringer“ ein Comeback und zeigte, dass er sich sein immenses Können wiedererarbeitet hat. Im Anschluss freute sich Martin Spatt „über einen Vizestaatsmeistertitel, der sich besser anfühlt, als jeder Titelgewinn zuvor.“

Niklas Fröschl war froh, „nach einer mehrwöchigen Formkrise nach der Europameisterschaft durch den Konkurrenzdruck aus dem Tief gefunden“ zu haben und ergänzte: „Das war um Klassen mein bislang stärkster Wettkampf“. Die Siegleistung bedeutete außerdem die Limiterbringung für die U21-WM im Herbst in St. Petersburg.

Nach vier Staatsmeistertiteln von Spatt (2012-2015) und zwei von Fröschl (2016, 2017) stand das Titelduell diesmal bis zum letzten Sprung auf Messers Schneide. Nach dem Vorkampf aus Pflicht und Kür hatte Spatt noch knapp vorne gelegen, im Kür-Finale flog Fröschl vorbei. Am Ende hatte Spatt zwar das etwas schwierigere Programm vorzuweisen und sprang es auch mit besserer Haltungsnote. Doch die „Time Of Flight“ (elektronisch gemessene Sprungzeit/Flughöhe von rund 10m) entschied zugunsten Fröschls.

Der Frauenelite-Titelkampf stand sportlich im Schatten der Männer. Die vorjährige Juniorenmeisterin Sara Hekele (Salzburg) setzte sich mit deutlichem Vorsprung vor Janina Ginthör (Wien) durch. Die altersoffen ausgetragenen Synchon-Staatsmeistertitel sicherten sich in einem „Ausscheidungsrennen“, bei dem mehrere co-favorisierte Paare patzten, schließlich die Salzburger Nachwuchstalente Lea Reichle und Jenny Lechthaler sowie Marius Pazour und Sebastian Neuwirth aus Wien.

Der derzeit international beste österreichische Trampolinspringer ist der noch 16-jährige Junior Benny Wizani. Er ist bereits (auf dem dritten von nur fünf europäischen Quotenplätzen) für die Olympischen Jugendspiele im Herbst 2018 in Buenos Aires qualifiziert und hatte erst eine Woche zuvor erneut persönlichen Rekord aufgestellt.

Bei der Österreichischen Juniorenmeisterschaft misslangen ihm jedoch beide Küren (Abbrüche nach wenigen Sprüngen): „Ich bin nicht ganz fit angetreten, konnte wegen einer Verkühlung nicht voll durchatmen“. Damit war der Weg zum Sieg frei für seinen WAT-Brigittenau-Vereinskollegen Mariusz Pazour, der somit als einziger im Feld zweimal am obersten Siegerpodium stand.

Medaillengewinner/innen der Trampolin-Staatsmeisterschaft und
Österr. Nachwuchsklassen-Meisterschaft 2018:

  • Elite Männer Einzel: 1. Niklas Fröschl (WAT Brigittenau), 2. Martin Spatt (TV Steyr), 3. Stefan Engl (TGU Salzburg).
  • Elite Frauen Einzel: 1. Sara Hekele (TGU Salzburg), 2. Janina Ginthör (WAT Brigittenau).
  • Synchron männlich: 1. Marius Pazour und Sebastian Neuwirth (WAT Brigittenau), 2. Tobias Neuberger (UWW) und Martin Spatt (TV Steyr), 3. Stefan und Thomas Engl (TGU Salzburg).
  • Synchron weiblich: 1. Lea Reichle und Jenny Lechthaler (TGU Salzburg), 2. Eyleen Bayer und Isabelle Pachernik (TFC Graz), 3. Elisa Wansch und Jessica Schmid (TV Steyr).
  • Junioren: 1. Marius Pazour (WAT Brigittenau), 2. Elias Wenzel (Sportunion West-Wien), 3. Jan Müller (TS Rankweil).
  • Juniorinnen: 1. Emilia Haller (TV Steyr), 2. Bernadette Vohla (Sportunion West-Wien), 3. Dorothea Vohla (Sportunion West-Wien).
  • Jugend 1 männlich: 1. Xaver Wick (WAT Brigittenau), 2. David Rosner (TV Steyr), 3. Felix Langmann (TV Steyr).
  • Jugend 1 weiblich: 1. Anna Rauchmann (TGU Salzburg), 2. Jenny Lechthaler (TGU Salzburg), 3. Elisa Wansch (TV Steyr).
  • Jugend 2 männlich: 1. Finn Markovsky (TV Steyr), 2. Pablo Kainz (Sportunion West-Wien), 3. Simon Hamp (WAT Brigittenau).
  • Jugend 2 weiblich: 1. Emely Badke (TGU Salzburg), 2. Leonie Badke (TGU Salzburg), 3. Heike Glaser (TFC Graz).